Die Vernetzung im Schulwesen, an den Universitäten und im Wissenschafts- und Technologiebereich spielte in den bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Kanada schon immer eine wichtige Rolle. Dies spiegelt sich in vielen Universitätspartnerschaften und gemeinsamen Studienprogrammen wider, die den Austausch von Studenten, Mitgliedern des Lehrkörpers und der universitären Forschungsabteilungen, die gegenseitige Anerkennung von absolvierten Lehrveranstaltungen, gemeinsame Forschungsprojekte und Publikationen sowie das gemeinsame Organisieren von Konferenzen und Seminaren ermöglichen.
Zusätzlich gibt es ein Abkommen über wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und dem kanadischen Rat für Naturwissenschaften und technische Forschung (nur in Englisch oder Französisch), das im Jahre 1985 abgeschlossen wurde, und ein im September 1994 abgeschlossenes Kooperationsabkommen zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Royal Society of Canada /Société royale du Canada (nur in Englisch oder Französisch). Kanada hat auch einige Abkommen mit der Europäischen Union zur Förderung der akademischen Beziehungen zu einzelnen Mitgliedstaaten.
Die Universitäten Innsbruck, Wien und Graz haben spezielle Zentren für Kanada-Studien errichtet und sind aktiv in die Gesellschaft für Kanada-Studien in deutschsprachigen Ländern e.V. (GKS) eingebunden.
Ein kanadisches Zentrum für österreichische und mitteleuropäische Studien wurde im September 1998 an der Universität von Alberta in Edmonton errichtet und später in „Wirth Institute“ umbenannt.
Jugendmobilitätsprogramme zwischen Österreich und Kanada unter dem Motto „Internationale Erfahrungen Kanada – Programme für junge Menschen“
Auf der Internetseite der Botschaft von Kanada finden Sie Informationen zu den bestehenden Programmen, die es jungen ÖsterreicherInnen und jungen KanadierInnen erleichtern, im jeweils anderen Land vorübergehend zu reisen und zu arbeiten. Auf der Basis eines bilateralen Abkommens (Memorandum of Understanding/MOU) können einerseits Young Professionals mit dem “intra-and partner-company training program” (Programm für die unternehmensinterne und bei Partnerunternehmen durchgeführte Ausbildung) bis zu 12 Monaten beim Partnerunternehmen in Kanada arbeiten, andererseits können PraktikantInnen im den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft und Forstwirtschaft im „international co-op / Young Worker Exchange program“ bis zu 6 Monate lang Berufserfahrung in Kanada sammeln.
Abgesehen von den beiden im MOU angebotenen Programmen gibt es auch die Möglichkeit, an Programmen teilzunehmen, die von anerkannten Partnerorganisationen betreut werden. Das Student Work Abroad Program (SWAP), das vom Österreichischen Jugendherbergswerk betreut wird, bietet die Möglichkeit einer offenen Arbeitserlaubnis für bis zu zwölf Monate. Es gibt auch etliche multilaterale Programme, die mit befristeten Arbeitsgenehmigungen verbunden sind, etwa jene von IAESTE, AIESEC und einigen anderen Organisationen.
Juli 2012